Rezensionen

Die moderne Lyrik ist oft aufgeladen mit verfremdeten Wortbedeutungen – schweifend assoziativ … Sie lässt den Leser oft in der Schwebe.

Anders die Lyrik von Heidi ad Hoc. LilaSchwarz, so Titel ihres Buches: Lila steht für die Angriffslust der Autorin, für zweifelnde Hoffnung. Schwarz steht für Hoffnungslosigkeit und unauflösbare Verzweiflung. Jeder Satz in diesem Buch bringt Zweifel, Hoffnung und Angst auf den Punkt. In den Texten von Heidi ad Hoc waltet die Magie der existenziellen Tatsachen.

Sie offenbart uns die Schattenseiten unseres alltagsflachen Egos. Die Texte schneiden ins Fleisch des Lesers und bleiben keineswegs bloß Kopfvorgänge.

Was Georg Christoph Lichtenberg von der Literatur verlangte, ist Heidi ad Hoc gelungen: "Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? Damit es uns glücklich macht? Mein Gott, glücklich wären wir eben auch, wenn wir keine Bücher hätten, und solche Bücher, die uns glücklich machen, könnten wir zur Not selber schreiben. Wir brauchen aber Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten, als uns, wie ein Selbstmord; ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns." Georg Christoph Lichtenberg

Hartmut Weiler